Mondlauf

 Siehe auch Mondphasenkalender

 Mondauf- und Untergangszeiten siehe Dämmerungszeiten

Sonnenlauf

  Siehe auch Dämmerungszeiten

Julianisches Datum



Der Sternenhimmel des Monats zum ausdrucken (382KB)

Der Planetenlauf


Merkur

steht mit der Sonne am Taghimmel und bleibt unbeobachtbar am Taghimmel.


Venus

am Morgenhimmel ändert ihre Aufgangszeiten nur minimal. Um 01:53Uhr tritt sie über den östlichen Horizont, am 31. um 01:43Uhr. Mit weiter bis -4,0mag sinkender Helligkeit misst ihre Phase am Monatsende schon 75%. Ihr Winkeldurchmesser liegt am 31. bei mageren 15 Bogensekunden. Am 12. und 13. des Monats wandert sie zwischen Plejaden und Hyaden hindurch (Fernglas nutzen!)


Mars

erreicht am Ende des Monats seine Konjunktion mit der Sonne und bleibt folglich unbeobachtbar.


Jupiter

bewegt sich weiter ostwärts in Richtung Spica und verlegt seine Untergänge in die 1. Nachthälfte. Am 1. geht der bis zum 31. noch -1,9mag helle Planet um 0:19 Uhr unter, am 15. um 23:22Uhr und am 31. um 22:23Uhr. Jupiters Äquatordurchmesser im Fernrohr schrumpft auf gute 34 Bogensekunden am 31. zusammen.


Saturn

hat just seine Oppositionsperiode im Schlangenträger hinter sich. Seine Untergänge verlagern sich in Richtung Mitternacht: Am 1. geht er noch um 03:24Uhr unter, am 15. um 02:25 und am 31. schon um 01:19Uhr. Bis Ende des Monats reduziert sich Saturns Helligkeit auf 0,2mag. Auch sein Durchmesser am Äquator schrumpft leicht auf unter 18 Bogensekunden. Die Ringe öffnen sich etwas weiter bis 26,8 Grad.


Uranus

macht sich langsam wieder am Morgenhimmel bemerkbar. Am 15. um 2:31Uhr (Beginn der nautischen Dämmerung) steht Uranus immerhin schon 26 Grad hoch. Am 15. sind die “weißen Nächte” noch nicht vorbei, so dass hier die nautische Dämmerung gewählt wurde. Mithin kann man per Feldstecher ab Anfang Juli die Sichtung von Uranus nahe des Sterns Omicron Psc (4,2 mag) versuchen. Am 31. steht Uranus bei Beginn der astr. Dämmerung (01:48Uhr) dann schon 29 Grad hoch. Karte mit der Bahnbewegung von Uranus 2017 (299KB)


Neptun

baut weiter seine Morgensichtbarkeit aus. Kulminiert Neptun am 1. noch um 04:46Uhr (Beginn der nautischen Dämmerung um 02:27Uhr), geht er am 15. um 03:50Uhr (Beginn der nautischen Dämmerung um 02:47Uhr) und am 31. um 02:46Uhr (Beginn der nautischen Dämmerung um 03:18Uhr, also NACH der Kulmination von Neptun) durch den Meridian. Karte mit dem Bahnverlauf von Neptun 2017 (293KB)

IAU-Definition für den Begriff "Planet" (IAU: Internationale Astronomische Union):
Ein Planet ist ein Körper der ausschließlich um die Sonne und keinen weiteren Körper lät. Seine Form erreicht annähernd kugelförmige Gestalt. Seine Gravitation ist ausreichend groß um seine Umgebung zu bereinigen. Er dominiert seine Umgebung also gravitativ.


Zwergplaneten


Ceres

zeigt sich wieder ab Oktober am morgendlichen Himmel. Karte mit dem Bahnverlauf von Ceres 2017 (292KB)


Pluto

erreicht am 10. des Monats seine diesjährige Opposition! Bei der Unteren Kulmination der Sonne um 0:26Uhr (-16,3Grad Tiefe) erreicht Pluto mit 17,1Grad seine maximale Kulminationshöhe. Am 15. kommt die Sonne um 0:06Uhr dann schon mit -17Grad in Untere Kulmination, wobei Puto noch 17Grad Höhe schafft. Am 30. endet die astr. Dämmerung um 23:02Uhr und Plutos Kulminationshöhe liegt noch bei 16,9Grad. Karte mit dem Bahnverlauf von Pluto 2017 (1047KB)

IAU-Definition für den Begriff "Zwergplanet" (IAU: Internationale Astronomische Union):
Ein Zwergplanet ist ein Körper der wie ein Planet ausschließlich die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Gestalt ist ebenfalls annähernd kugelförmig. Aber seine Gravitation reicht nicht aus, um seine Umgebung zu bereinigen. Er darf außerdem kein Satellit(Mond) eines Planeten sein!


Kleinkörper des Sonnensystems

Juno, "Planetoid" Nr. 3, steht am Anfang ihrer kurzen Sichtbarkeit 1,4Grad westlich des Sterns Beta Sct (4,2mag) und wandert westwärts auf das Sternbild Schlange zu. Am 11. passiert sie den Stern SAO142380 (7,0mag) in nur 12 Bogenminuten südlichem Abstand. Mit Helligkeiten um 9,8 mag kulminiert Juno am 1. um 0:26Uhr, am Tag ihrer Opposition um 0:21uhr, am 15. um 23:14Uhr und am 31. um 22:00Uhr. Karte mit dem Bahnverlauf von Juno 2017 (277KB)
IAU-Definition für den Begriff "Kleinkörper des Sonnensystems" (IAU: Internationale Astronomische Union):
Kleinkörper des Sonnensystems sind alle weiteren die Sonne umlaufenden Körper, die nicht Planet oder Zwergplanet sind. Der Begriff "Kleinplanet" sollte nicht mehr verwendet werden.


Meteorströme



Der Delta-Aquariden-Schwarm reicht vom 11.07. bis zum 18.08 und hat ein schwaches Maximum um den 28.7. herum. Die Helligkeiten der Meteore liegen bei 3 - 5 mag. Die Meteore sind um 40km/sec schnell und haben eine Rate von gut 30/Stunde im Maximum.

Vom 01.7. bis 13.8. besuchen uns die Alpha-Capricorniden. Am 28.7. erreichen sie ihr Maximum mit einer eher niedrigen Zahl an Meteoren (12/Stunde). Mit 25km/sec sind sie überdies recht langsam. Der Schwarm ist kometarischen Ursprungs und geht zurück auf den Kometen 45p/Honda-Mrkos- Pajdusakova 1949 XII.

Mit dem 15.07. dürften die ersten Perseiden zu sichten sein. Mitte August erreichen sie ihr Maximum.

Der Fixsternhimmel

Der Sternenhimmel des Monats

Der Sternenhimmel im Juli 2017

Der Sternenhimmel des Monats
Objekte für Fernglas und Fernrohr
Sternbildportrait: Die Leier (Lyra, LYR)
Einzelne Sterne in LYR




Der Sternenhimmel

Mitte Juli gegen 23 Uhr MEZ beherrscht das Sommerdreieck aus den Sternbildern Adler (Aquila), Leier (Lyra) und Schwan (Cygnus) den Himmel. Vom Zenit südwärts gehend treffen wir zuerst auf den Kopf des Drachen mit Ettanin und Rastaban und dann auf die Leier mit ihrem Hauptstern Wega.

Dann geht es nach Süden zwischen den Sternbildern Adler und Schlangenträger hindurch. Knapp unter dem Himmelsäquator queren wir das Sternbild Schild mit dem Sternhaufen M 11 und schließlich den Schätzen mit den Sternwolken unserer Heimatgalaxie.

Und über dem Osthorizont sind schon Pegasus, das fliegende Pferd der griechischen Sage, und das Sternbild Andromeda aufgegangen. Die Milchstraße beherrscht den Himmel und nähert sich ihrer steilsten Position durch den Zenit. Diese wird sie im August zur selben Zeit einnehmen.



Objekte für Fernglas und Fernrohr

Wega mit der Leier ist nun in ihrer höchsten Stellung am Himmel. M 57, der Ringnebel und M 56, ein Kugelsternhaufen zwischen Alibero und Beta Lyrae, sind zu empfehlen. M 57 verträgt auch höhere Vergrößerung, und der Ringcharakter des Nebels sollte auch in kleinen Fernrohren ab 4 Zoll erkennbar sein. Weitere Objekte folgen in der Tabelle unten. Zu den Planeten verweisen wir auf unsere Übersicht "Planeten und Mond im Juli".



Tabelle mit einigen Deep-Sky-Objekten:

NrObjektbezeichnung
-NGC oder "M"
ConstObjektHelligkeit
mag
Oberflächenhelligkeit
in mag
Größe in Bogenminuten
1 M 57 LYR PlaN 8,5 9 1,5
2 M 56 LYR KgSth 8,5 12 5
3 6702 LYR Glx 12,2 13,2 1,9 x 1,5
4 6703 LYR Glx 11,3 12,7 1 x 0,9
Wer hätte das gedacht: Galaxien in der Leier?

Doppelsterne mit schönen Farbkontrasten:
SternAbstand in BogensekundenHelligkeit Farbe
Gamma LYR 4,7 4,4 und 9,1 mag bläulich und orange
Beta LYR A-B 45,7 3,4 und 8,6 mag A+B: weißes Paar
A-C 46,6 3,4 und 13 mag -
A-D 46,6 3,4 und 13 mag -
A-E 66,9 3,4 und 9,9 mag -
A-F 85,8 3,4 und 9,9 mag E+F: bläulich
Epsilon LYR 1 2,6 5,4 und 6,5 mag Das "Doppel-Doppel"-Sternen-Paar!
Epsilon LYR 2 2,3 5,1 und 5,3 mag Alle vier Sterne sind sichtbar!


Veränderliche:

Ein interessanter Veränderlicher ist das Beta LYR: Ein Sechsfachsystem, von dem einige Komponenten Bedeckungsveränderliche sind: Beta unterliegt einem Lichtwechsel zwischen 3,4 mag im Maximum und 4,4 mag im Minimum. Die Periode beträgt dabei 12,91 Tage. Hervorragend zum Vergleichen ist dabei der "Nachbarstern" der unteren Hälfte des "Parallelogramms" der Leier: Gamma hat eine konstante Helligkeit von 3,25 mag.



Sternbildportrait: Leier, (Lyra, LYR)

Die mit diesem Sternbild verbundenen Sagen der griechischen Mythologie sind ähnlich den Heraklessagen des Vormonats die ältesten der Griechischen Mythologie.

Sie gehen zurück auf Hermes, den Götterboten mit geflügeltem Helm und Schuhen, der sich aus dem Panzer einer Schildkröte ein Saiteninstrument mit sieben Saiten baute. Für jede der Plejaden, der 7 Töchter des Altas, eine.

Mit dem Melodiespiel beeindruckte er die Leute, bis schließlich Apollon auf ihn aufmerksam wurde und von ihm das Instrument erhielt. Über den Weg des Gottes Apollon bekam schlißlich dessen Sohn Orpheus das Instrument und wurde der berühmteste Musiker der Antike. Schon bei der Hochzeit mit seiner Frau Euridike zeichneten sich jedoch tiefe Schatten über Orpheus' Leben ab: Euridike wurde von einer giftigen Schlange gebissen und sank tot zu Boden. Daraufhin stieg Orpheus in die Unterwelt hinab und erbat von Hades, dem Gott der Unterwelt, seine geliebte Euridike zurück. Sowas hatte es bis dahin in der Welt der griechischen Götter noch nicht gegeben.

Das Lautenspiel beeindruckte Hades und seine Umgebung so sehr, dass schließlich Euridike frei kam. Allerdings nicht ohne Bedingung: Würde sich Orpheus beim Weg aus der Unterwelt heraus einmal nach seiner Frau umdrehen, so würde sie für immer in die Tiefe fallen. Anfangs vergewisserte sich Orpheus an den Geräuche seiner hinter ihm herschreitenden Frau, dass sie immer noch anwesend war. Er hatte es fast bis ans Ende geschaft und hielt es am Ende nicht mehr aus und drehte sich um. Er sah nur noch seine in die Tiefe stürzende Frau. Sein restltiches Leben verbrachte Orpheus in ständiger Trauer. Über seinen Tod gab es verschiedene Variationen. Die eine besagte, dass man seine Lieder nirgedwo mehr hören wollte, weil sie den Leuten mittlerweile zu traurig klangen. Um diesem Umstand schließlich abzuhelfen, warfen die Leute schließlich Speere und Steine nach ihm. Anfangs konntes sein Lautenspiel die Wurfgeschosse noch ablenken. Aber das Gezeter der Leute wurde dann so Laut, dass es das Spiel Orpheus' schließlich übertönte.

Das Motiv der Erlösung auf Vertrauen (sich nicht umzudrehen) findet sich in mehreren Mythologien. Die wohl berühmteste Variante steht im Alten Testament. Loths Frau erstarrte zur Salzsäule, als beide aus Sodom und Gomorrha entfliehen durften und Loth sich am Schluss umdrehte.



Hier eine Übersichtskarte mit den Frühlingssternbildern:




Einzelne Sterne in LYR:

Alpha, Wega aus dem arabischen "Waki"; in den Alphonsinischen Tafeln schließlich als "Waghi". Im lateinischen einfach Lyra(!) genannt. Bei den Akkadiern war er Tir-anna, "Leben des Himmels". Bei den Assyrern Dayan-same, "Richter des Himmels". Die Chinesen nannten ihn Chih, die webende Schwester. Wega (korrekte Schreibweise eigentlich: "Vega") leuchtet mit 0,0 mag in 25,3 Lichtjahren Entfernung. Ihr Farbindex weist sie als bläulichen Stern aus.

Beta ist 800 Lichtjahre entfernt, hat eine Helligkeit von 3,3 - 4,4 mag und erscheint im Fernrohr bläulich. Sein Name Sheliak entstammt dem arabischen Al Shilyak, die arabische Bezeichnung für "Leier".

Gamma ist ebenfalls von bläulicher Färbung und bei 700 Lichtjahren Entfernung 3,2 mag hell. Sein Name "Sulaphat", geht auf eine weitere Bezeichnung für das gesamte Sternbild zurück. Eine ältere Bezeichnung in Joh. Bayers Katalog von 1603, Jugum, geht auf ein Missverständnis zurück.



Quellen:

Himmelsjahr 2017, Kosmos-Verlag
Der Sternenhimmel 2017, Kosmos-Verlag
interstellarum Nr. 34Oculum-Verlag
Sternbilder und ihre Mythen, Springer-Verlag
Starnames -Their Lore and Meaning, Dover Publ. Inc.
Atlas für Himmelsbeobachter, Kosmos-Verlag
The Night-Sky Observers Guide, Willmann-Bell Inc.
Sterne erzählen, Walter-Verlag
Handbook of the Constellations, Vehrenberg-Verlag
The Deep Sky Field Guide, Willmann-Bell Inc.


Viel Spaßbeim Beobachten!

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