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oder:

Der Sirius-Fall

(Sachverhalt nach BGHSt 32, 38)

Der Angeklagte A lernte die 23jährige Zeugin H.T. kennen, die sehr unselbstständig und komplexbeladen war. Sie führten eine Freundschaft, in der Diskussion über Psychologie und Philosophie im Vordergrund standen. (...) Sie vertraute und glaubte ihm blindlings. A sagte ihr, daß er vom Stern Sirius komme und auf die Erde gesandt wurde, um dafür zu sorgen, daß einige wertvolle Menschen, darunter auch die Zeugin, nach dem völligen Zerfall ihrer Körper mit einer Seele auf einem anderen Planeten oder dem Sirius weiterleben konnten. Er wollte sich auf ihre Kosten bereichern und erklährte zudem, daß sie zunächst an das Kloster Uliko 30.000DM zahlen müsse, um die dafür notwendige Entwicklung durchlaufen zu können. A verbraucht das Geld für eigene Zwecke. Später spiegelte er vor, daß er für das Leben im Jenseits auch Geld benötige und eine Lebensversicherung abschließen solle, in welcher er, der A, unwiderruflich als Bezugsberechtigter bestimmt werde, wenn die Zeugin durch einen vorgetäuschten Unfall aus dem Leben scheide. Mehrere Male versuchte sich die Zeugin auf Weisung des A auf verschiedene Weise Umzubringen was jedoch immer aus technischen gründen mißglückte.
Die Zeugin handelte im völligen Vertrauen auf die Erklärung des A. Sie wollte sich ihr Leben nehmen in der Hoffnung sofort in einem neuen Körper zu erwachen. (...)

entschieden vom Bundesgerichtshof, 1. Strafsenat, am 5.Juli 1983


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© Die AVG Internet-Redaktion, letzte Änderung: 31.08.1997