Buchvorstellung: "Horizons. Exploring the Universe" (Michael A. Seeds)

Auf dieses Buch stieß ich zufallig im Freihandmagazin der UB. Nachdem ich nun ein bißchen in "Horizons" gelesen habe, bin ich auf die Idee gekommen, es hier vorzustellen.

Die rund 450 Seiten sieht man den "Horizons" weder von außen an, noch merkt man den Umfang beim Durchblättern. Zahllose Illustrationen, Fotos, Merkkästchen und Übersichten lockern den Text auf und laden zum Lesen ein. Mit seinen Sprichwörtern zu Anfang jeden Kapitels erinnerte mich "Horizons" zum Teil an Burnham's Celestial Handbook.

Das Buch ist zwar eigentlich für Lehrer geschrieben, als Begleitbuch zu einem Telekurs. Die an jedes Kapitel anschließenden Fragen storen jedoch nicht, sondern helfen auch dem "gewöhnlichen" Leser, sein Verständnis des Gelesenen zu überprüfen. Praktisch finde ich die an jedes Kapitel anschließende Zusammenfassung und die Literatur- und Videohinweise.

Nun einiges zum Inhalt. "Horizons" ist in 5 Units unterteilt, die sich ihrerseits in weitere Kapitel untergliedern: The Sky behandelt grundlegende astronomische Begriffe, angefangen von Entfernungen, Sternbildern und Himmelsbewegungen bis hin zu der Geschichte der modernen Astronomie und zu den heute benutzten Beobachtungs- und Meßinstrumenten. In The Stars werden als erstes der Atomaufbau und alle damit im Zusammenhang stehenden Strahlungs- und Spektralvorgänge dargestellt. Dann folgen Kapitel über die Sonne und über Aufbau, Leben und Tod von Sternen. Die nächste Unit befaßt sich mit dem Universe of Galaxies, wobei neben der Milchstraße die verschiedenen anderen Galaxientypen und deren Lebensgeschichte beschrieben werden und anschließend ein Überblick über die Kosmologie gegeben wird. Die Unit Planets in Perspective setzt sich zunächst mit den Ursprüngen des Sonnensystems auseinander und behandelt dann jeden einzelnen Planeten ausführlich. Die letzte Unit lautet schlicht Life. Behandelt wird, unter welchen Voraussetzungen Leben entsteht und welche Kommunikationsmöglichkeiten mit anderen Zivilisationen in Frage kommen konnten. Nach der gewaltigen Reise durch das unbelebte Universum wird man sich in dieser Unit bewuBt, daß die Entwicklung von Leben am Ende einer langen Kette von Prozessen steht und etwas ganz Besonderes ist.

Im Appendix findet sich neben dem Glossar und Tabellen ein ausgesprochen gelungenes Kapitel zum Thema "Astrology, UFO's and Pseudoscience", in dem M. Seeds auf sehr sachliche Weise schlagende Argumente gegen alle Irrlehren vorbringt (zum Nachlesen empfohlen!). "Horizons" behandelt das Thema Astronomie so umfassend, wie es in einem Buch dieser Art moglich ist. Dabei laßt Michael Seeds auch den Menschen nicht außen vor, sondern macht immer wieder klar, daß der Mensch ein Teil von allen diesen Vorgängen ist. M. Seeds ist bemüht, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern wirkliches Verstehen beim Leser zu erreichen und zu eigenem Denken anzuregen. "Horizons" eröffnet damit nicht nur einen Einblick in die Astronomie, sondern eben auch Horizonte, so daß es seinem Namen wirklich voll Rechnung trägt.

Michael A. Seeds
Horizons. Exploring the Universe.
1995 Edition, Wadsworth Publishing Company
Belmont, California

Christine Geisler


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