Eine kleine Exkursion in die Geismarer Feldmark

Sonntagabend, 21.9.1997, Anruf von Matthias: "Kommste mit ? Britta ist auch dabei, wir wollen mit Fernglas und leichtem Handgepäck ein bißchen beobachten!" Gesagt, getan und so begaben wir uns um ca. 21:30 Uhr in die Nähe der Gartenkolonie "Röder Bünde". Milchstraße bis zum Abwinken, lichtschwache Sternbilder waren leicht zu identifizieren - sofern man sie denn kannte...! Jedenfalls wurden wir uns schnell einig, wie sich die Sternbildchen zusammensetzten. Matthias wühlte ergebnislos mit seinem Miauchi-Bino im Bereich Südlicher Fisch nach der Oppositionsschleife der Ceres. Britta und ich hatten nur leichtes Geschütz (7X50 Bino auf Fotostativ), und unseren Genuß beim Spazierensehen.

Um 22:15 Uhr begaben wir uns zur Beobachtungsstation "Südsternwarte" in Geismar. Mein Teleskop wartete wohltemperiert auf neugierige Beobachter. Jupiter kulminierte, und was wir zu sehen bekamen verschlug mir fast den Atem (während sich bei Britta starke Atmungsprobleme bemerkbar machten). Jupiter bot an diesem Abend einige Schattendurchgänge, Mondverfinsterungen und Monddurchgänge. Bei ausgezeichneter Durchsicht und wenig wabernder Planetenscheibe ließen sich die Hauptbänder strukturiert unterscheiden. Selbstverständlich in Farbe. Auch in den nördlichen und südlichen Bereichen der Jupiterkugel konnten wir tropische Bänder und Zonen ausmachen. Der Schattenwurf von Mond 3 (Ganymed) erschien wie ausgestanzt, während diesem ein hellerer und kleinerer Schatten vorauseilte. Später stellte ich fest, daß es sich um Kallisto handelte, die ihren Durchgang vor der Jupiterscheibe vollzog. Den Höhepunkt lieferte uns Saturn bei 330-facher Vergrößerung. Ausgestanzt präsentierte er sich mit sichtbarer Cassini-Teilung, Wolkenstrukturen mit leichten Farbschattierungen ließen sich beobachten, ein winziger Schatten war auf dem Ring zu sehen und blickweise konnte ich helle und dunkle Streifen auf dem Ringsystem ausmachen. Matthias verabschiedete sich in Richtung Schlafstelle, während Britta und ich uns mit verschiedenen Vergrößerungen und Farbfiltern bei Saturn und Jupiter aufhielten.

Es gäbe noch viel über diese Beobachtungen zu erzählen, aber genießt selbst!

Frank Teske


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© Die AVG Internet-Redaktion. Letzte Änderung: 25.02.1998