Planeten am Tageshimmel

- mit 8" SCT und 30mm Okular

Letzter Eintrag im Beobachtungsbuch am 30.01.99 : Diverse Mondfotos mit 1:4,5/240mm Telewestanar.

Es folgen atmosphärische Emissionen (Wasser wie gehabt in allen Aggregatzuständen)...

300 Deepsky Objekte in Trockenübung aus der Uranometria 2000 selektieren und 4 Wochen später:

Neuer Eintrag am 28.02.99: Sonnenbeobachtung mit Glassonnenfilter ND=5. Angenehmes Spiegeleifarbenes Sonnenbild mit Fleckengruppen und diversen Fackelgebieten im 30mm Okular bei 67x, D=1, S=3-5, stellenweise 2, Granulation gerade erkennbar.

Neugierde in eigener Sache:

Wo ist Merkur? - Im Perihel (sonnennächster Punkt) und in östl. Elongation zu ihr. Rek.= 23h46m, Dek.= -0.7. Läßt sich mit geeichten Teilkreisen auch am Tag einstellen, bei mir war in den letzten 3 Jahren allerdings immer Angstfaktor 99,9 % dabei und 100 % Null Sichtung. Position der Sonne an diesem Sonntag: Rek. 22h42m, Dek. -8.2.

15 Vollmond Durchmesser in Dek. und eine Stunde in Rek.-Entfernung sind anscheinend reichlich Platz zum Suchen?! Ahahaber Vorsicht, schneller findet man die Sonne.

Schluß mit Suchen und Finden. HäHä! Sky Sensor 2000 mit GP-DX Montierung bedeutet: Objekt auswählen und anschauen! Merkur präsentierte sich mir als Minimini-Möndchen in Sichelform bei bescheidenem Seeing hell und klar auf blauem Grund. Mit Streulichterscheinungen der nahen Sonne im Gesichtsfeld meines Okulars.

Selbstverständlich:

Die Venus?- klein, hell und fett, sehhhr fett auf noch mehr blau.

Sehr vorsichtig:

Jupiter? Sofort gesichtet mit Ahnungen von Bändern und Zonen.

An der Grenze zum Leichtsinn:

S-a-t-u-r-n? Tatsächlich, es gibt ihn auch am Tag, ohne Kontraste leicht weißlich mit Ring und schwach. Ich hatte Schwierigkeiten, diesen beringten (nun weiß ich, warum Vögel und Menschen an den Extremitätsenden mit einer Markierung versehen werden..) im Okular zu sichten, obschon ich wußte, daß er im Gesichtsfeld stand und das Okular auf unendlich fokussiert war. Nur leider hat das Auge keine Möglichkeit in diesem vielen Blau vernünftig zu fokussieren. Ein kleiner Trick hilft vielleicht: Gesichtsfeldrand scharf anschauen und von 1 Uhr den Sektor zur Mitte des Gesichtsfeldes absuchen, zurück zum Rand- 2 Uhr Sektor bis Mitte u.s.w. . Bei Sichtung (manuell nach Teilkreisen?) kann man leicht überprüfen, wie schnell das Objekt im Blau ersäuft. Selbstverständlich ist eine Sichtung insbesondere des beringten nur bei allerbester Durchsicht möglich, kein Quentchen Dunst darf dieses schlaffe weißliche Schwächelchen bedrohen.

Wo mein Standort war?

-Tja, 3000m über NN, stahlblauer Himmel mit Alpenpanorama incl. Sennerin- nicht schlecht, - gell? - wär's gewesen. Südbalkon in Stadtrandlage tat's auch!

Frank Teske


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© Die AVG Internet-Redaktion. Letzte Änderung: 17.04.1999