Das Apollo-Programm der Nasa

- Nixons Traueransprache war schon fertig. -

Vor genau 30 Jahren, am 21. Juli 1969, landete Neil Armstrong auf dem Mond und sprach um 3.56 Uhr seinen berühmten Satz vom "Gigantischen Sprung für die Menschheit" - vier Tage nachdem die Apollo 11 um 09:32 a.m. (EDT) vom Startkomplex 39-A der NASA gestartet war. Eine erfahrene Crew auf dem Weg zum Mond: Neil A. Armstrong (Commander), der Freimaurer Edwin E. "Buzz" Aldrin jr. (Lunar module pilot) und Michael Collins (Command module pilot). Schon zwei Stunden und 45 Minuten nach dem Start wurde Apollo 11 in Richtung Mond eingeschossen. Die mächtigen Triebwerke des Saturn IV-B Boosters beschleunigten das Raumschiff und beförderten die Astronauten samt ihrem Kommandomodul (Columbia) und der Mondlandefähre (Eagle) in Richtung Mond.

Die Apollo11-Crew Die Welt hielt sozusagen den Atem an, denn alles konnte man gemütlich vom Wohnzimmer aus auf dem Bildschirm verfolgen. Dann endlich setzte Armstrong als erster Mensch seinen Fuß behutsam auf die Mondoberfläche. Ihm folgte Aldrin. Ursprünglich sollten die beiden »Männer im Mond« vor dem Ausstieg einige Stunden schlafen. Doch ihre Ungeduld war so groß, daß sie die Genehmigung erhielten, die »Eagle« sofort zu verlassen, um zwei Stunden bei einem Sechstel der irdischen Gravitation auf der Oberfläche unseres natürlichen Trabanten zu arbeiten. Nach gelungenen "Ausflügen" und Sammeln von Mondgestein wurde schließlich die amerikanische Flagge gehisst. Kaum jemandem wäre in den Sinn gekommen, vielleicht eine internationale Flagge wie die der Vereinten Nationen zu hissen. Die Amerikaner waren der Meinung, dass sie auch das Recht hätten, ihre Flagge aufzuziehen, solange sie für die Mission bezahlten.

Dennoch war die ganze Welt so aufgeregt wie die Amerikaner selbst: Die ARD übertrug 28 Stunden live den Flug zum Mond. Und von der Kölnischen Rundschau wurde in der Nacht zum 21. Juli 1969 erstmals eine aktuelle Ausgabe mit Farbbildern gedruckt - von unserem Trabanten, versteht sich. Die Techniker bedienten sich dabei eines neuen technischen Verfahrens zur Herstellung vierfarbiger Fotos in Tageszeitungen. Monatelang liefen die Vorbereitungen, am 21. Juli 1969 präsentierte die Zeitung dann auf ihrer ersten Seite ein großformatiges, farbiges Foto der Mondlandschaft.

Nach dem Spaziergang auf dem Mond, an den heute auch Briefmarken erinnern, kehrten die beiden "Mondbezwinger" wieder an Bord des "Adlers" zurück, der die mutigen

Astronauten präzise zum Apollo-Raumschiff zurückbrachte, das dann wohlbehalten zur Erde zurückflog.

Apollo 11 hatte den Auftrag ausgeführt, den John F. Kennedy der amerikanischen Raumfahrt am 25. Mai 1961 öffentlich gestellt hatte: Bis zum Ende der sechziger Jahre sollte ein US-Bürger auf dem Mond gelandet sein. Zu groß waren im Kalten Krieg die Erfolge der Sowjetunion in der Raumfahrt gewesen - die US-Nation brauchte einen "Kolumbus der Weltraumfahrt", um sich überlegen zu fühlen und die Unbill des Vietnamkrieges zu verdrängen. Präsident Richard Nixon gratulierte den Heimkehrern und zeichnete sie mit Orden aus, obwohl er auch auf ein Scheitern der Mission sofort hätte reagieren können. Von einem seiner Redenschreiber ließ er schon zwei Tage vor der Rückkehr sicherheitshalber einen Nachruf für die Astronauten verfassen. Nixon wollte die Ansprache bereits halten, wenn Armstrong und Aldrin noch am Leben wären, es aber keine Rettung mehr für sie gäbe. Dann hätte Nixon gesagt: "Das Schicksal hat es gefügt, daß die Männer, die zum Mond gingen, um ihn in Frieden zu erforschen, nun auch in Frieden auf dem Mond ruhen werden. Sie werden von ihren Familien betrauert; sie werden von ihrer Nation betrauert, sie werden von den Menschen der Welt betrauert; sie werden betrauert von einer Mutter Erde, die es wagte, zwei ihrer Söhne ins Unbekannte zu schicken." Zum Glück mußte Nixon diese Worte nie sprechen. Ganz Amerika feierte stattdessen die Crew der Apollo 11, die das scheinbar Unmögliche möglich gemacht hatte. Doch es gab auch kritische Stimmen gegen die Mondlandung, so fragte Senator William Fulbright, wessen Ansehen wohl größer wäre, das des Staates, der seine Städte und Verkehrswesen saniert, seine Elendsviertel und Verbrechen zum Verschwinden gebracht und das beste Schulwesen ins Leben gerufen hätte oder das des Staates, der als erstes einen Menschen auf den Mond gebracht hätte? Dennoch scheint es aus heutiger Sicht gut, daß es die Amerikaner waren, die als erste auf dem Mond gelandet sind. Die Londoner Zeitung "Independent" berichtet, daß die Sowjetunion bereits 1958 einen Plan ausheckte, der heute etwas merkwürdig klingt: Die Russen wollten eine Atombombe auf dem Mond explodieren lassen, um der Welt ihre Macht und ihre technologische Führungsrolle zu beweisen. Da ist eine US-Flagge doch wesentlich harmloser...Das Glück im All verließ die USA allerdings nach der erfolgreichen Mondmisson. Am 11. April 1970 startete Apollo 13, wieder sollte es Richtung Mond gehen. Zwei Tage nach dem Start explodierte aber ein Sauerstofftank im Servicemodul und zerstörte die Energieversorgungs- und Lebenserhaltungssysteme so stark, dass die Landung ausfiel. Capt. James A. Lovell, Fred W. Haise und John L. Swigert mußten die Landefähre als Rettungsboot nutzen und kehrten nach einer Mondumrundung in den Bereich der Erde zurück. Dort gingen sie in das Kommandomodul und landeten sicher am 17.April auf der Erde. Untersuchungen ergaben, daß ein Thermostatschalter ausgefallen war und dem Sauerstofftank erlaubte, sich zu überhitzen. Das Apollo 13-Unglück, das unter dem Strich glimpflich ablief, ist neben der Landung von Apollo 11 einer der bekanntesten Punkte im Apollo-Programm. Einige Experten bezweifelten, daß Apollo 13 tatsächlich explodiert ist. Alles sei nur eine Show gewesen, um von der Innenpolitik abzulenken, meinte zum Beispiel ein gewisser Richard Hoaglund. Er führte aus, dass eine Rakete, auch bekannt unter dem Namen "Vomit Comet", was auf Deutsch soviel wie "Komet des Erbrechens" heißt, für die Simulierung von Schwerelosigkeit im All eingesetzt worden sei und dass man diese Rakete leicht für die Inszenierung der Fernsehaufzeichnungen der Apollo-13-Mission hätte benutzen können.

Darüber kann Eugene Cernan nur lachen. Während Armstrong der erste Mensch auf dem Mond war, ist Cernan der Mann, der unseren Erdtrabanten als letztes besucht hat. Dreieinhalb Jahre nach Apollo 11 saß er mit seiner Crew in der Apollo-17-Kapsel an der Spitze der riesigen Saturn-V-Rakete. Der neuerliche Flug zum Mond gelang - doch seitdem hat den Mond kein Mensch mehr betreten.

Quelle: div. Pressearchive

Hans-Peter Jäger


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© Die AVG Internet-Redaktion. Letzte Änderung: 28.02.2000