Videokamera: Erste Tests

Der AVG wurde von der Fa. Mahrt und Hörning eine CCD-Video-Kamera gespendet - ein Dankeschön von Dirk Siemsen an uns für unser Engagement mit der Zeiss Kuppel während der Kaufparkveranstaltung 1999.

Die Kamera ist sehr lichtempfindlich, ( ,05 Lux ) was eine umfangreiche Filterung an hellen Objekten, z.B. Mond und Sonne zur Folge hat. Der Betrieb erfolgt mit 12V Gleichspannung bei einer Stromaufnahme von ca. 150 mA und sie wiegt nur 200 g. Auf einer Fläche von 6 x 4,92 mm tummeln sich 500 x 582 Pixel. Am Videoausgang der Kamera gewinnt man ein Videosignal, das dem Videoeingang eines Fernsehers oder Videorecorders zugeführt werden kann. Mittlerweile verfügen wir auch über ein langes Videokabel (von Erwin Vorlaufer) und einen Stecker ( von Karsten Nawotka, Fa. Netline ), der es ermöglicht, das Videosignal dem Videorecorder zuzuführen und eine Aufnahmesequenz durchzuführen. Nachdem nun zuguterletzt Friedrich Moess ein 1 1/4'' Anschlußstück hergestellt hat, das den problemlosen Anschluß an das Teleskop ermöglicht, konnte ich in der 2.ten Maiwoche an einem Sonntag Vormittag die Kamera an der Sonne umfangreich testen.

Mit f/10 und Glassonnenfilter ND 5 erhielt ich ein viel zu helles Sonnenbild, also habe ich eine Pappsektorenblende davorgeschaltet und erhielt bei f/30 ein immer noch zu helles Bild, dem ich dann mit einem nachgeschalteten Rotfilter 1 1/4'' beikam. Beim Scharfstellen sollte man beachten, dass sich der Monitor im dunklen Zimmer befindet und der Kontrastregler des Fernsehers hoch eingestellt ist. Blendfrei präsentiert sich die Sonne mit der Granulation, die Fackelgebiete sind sichtbar, Umbren u.-Penumbren, Poren, Lichtbrücken und der Wilsoneffekt sind zu sehen. Insgesamt besser als visiuell, wie ich fand. Die Videoauf-nahme hat nur ein geringfügiges Rauschen. Umwerfende s/w Bilder erhielt ich am Mond, es ist wie bei einer Mondumkreisung. Objekte ab ca. 10 km Größe waren ohne Probleme auszumachen, obwohl ich unter erschwertem seeing leide. Auch hier war das Rotfilter von Nöten. Aber eben alles blendfrei am Bildschirm. Ich bin schon sehr gespannt auf die Sichtbarkeitsperiode der großen Planeten...

Das Einsatzgebiet der Kamera sehe ich in erster Linie für die Öffentlichkeitsarbeit und natürlich für Videoexperimente im Zeitrafferbetrieb. Leider kann sie nicht für die Stern-beobachtung genutzt werden, da sich hier das Hintergrundrauschen zu stark bemerkbar macht.

Weitere Info's sind in der Bedienungsanleitung nachzulesen.

Frank Teske 5/00


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© Die AVG Internet-Redaktion. Letzte Änderung: 28.06.2001