Die Frage des Monats

Willkommen bei einer neuen Rubrik von StarChild! Jeden Monat werden wir an dieser Stelle eine häuftig gestellte Frage beantworten.

Die Fragen aus vergangenen Monaten könnt Ihr in unserem Archiv finden.

Die Frage:

Liebes StarChild,
warum ist der Himmel schwarz?

Die Antwort:

Obwohl sich diese Frage doch recht einfach anhöhrt, ist sie doch sehr schwer zu beantworten! Über diese Frage in den vergangenen Jahrhunderten viele Astronomen nachgedacht, wie z.B. Johannes Kepler, Edmond Halley und Wilhelm Olbers.

Zwei Dinge müssen hier beachtet werden. Lasst uns mit dem einfachsten beginnen und fragen: "Warum ist der Taghimmel auf der Erde blau?" Diese Frage koennen wir beantworten: Das Sonnenlicht trifft auf Luftmoleküle in der Erdatmosphäre und wird dadurch in alle Richtungen gestreut. Der Mond hat keine Atmosphäre. Daher ist der Himmel dort bei Tag und Nacht schwarz. Das kannst Du auf Mondfotos der Apollo-Astronauten sehen.

Nun zum zweiten, schwereren Teil: Wenn das Weltall voll mit Sternen ist, warum addiert sich das Licht der Sterne auf nicht und lässt den schwarzen Nachthimmel hell erscheinen? Wenn wir davon ausgehen, dass das Weltall unendlich gross und unendlich alt ist, dann müsste der der Nachthimmel von den unendlich vielen Sternen taghell erleuchtet sein. Egal in welcher Himmelsrichtung wir auch schauen: an jeder Stelle am himmel müssten wir einen Stern finden. Aber aus Erfahrung wissen wir, dass der Nachthimmel schwarz ist. Dieses Paradoxon ist als das "Olbersche Paradoxon" bekannt.

Viele Erklärungen für das Olbersche Paradoxon wurden vorgeschlagen. Die zur Zeit beste Lösung geht davon aus, dass das Weltall nicht unendlich alt ist: sein Alter liegt bei etwa 15 Milliarden Jahre. Das bedeutet, wir koennen nur Himmelsobjekte sehen, die maximal 15 Milliarden Lichtjahre weit weg sind. Das Licht weiter entfernter Sterne hatte noch nicht genug Zeit, um uns zu erreichen und den Nachthimmel aufzuhellen.

Ein anderer Grund, warum der Nachthimmel im sichtbaren Licht schwarz ist, könnte mit dem Doppler-Effekt zu tun haben: Wenn sich ein Stern von uns entfernt, wird die Wellenlänge seines ausgestrahlten Lichts länger und seine Farbe wird röter ("rotverschoben" wie die Astronomen sagen). Je weiter ein Stern (oder eine Galaxie) von uns entfernt ist, desto grösser ist diese Rotverschiebung. Bei ganz weit entfernten Objekten kann es vokommen, dass die Rotverschiebung so gross ist, dass wir das Objekt nicht mehr sehen können.


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StarChild ist ein Service des "High Energy Astrophysics Science Archive Research Center" (HEASARC),  Direktor: Dr. Nicholas E. White, innerhalb des "Laboratory for High Energy Astrophysics" (LHEA) bei der NASA/ GSFC.

StarChild Autoren: Das StarChild Team
StarChild Graphiken: Danksagung
StarChild Projekt-Leiterin: Dr. Laura A. Whitlock
Technische Unterstützung: Sherri Calvo


Übersetzt mit freundlicher Genehmigung von Dr. Laura A. Whitlock.
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